Innenhafen Duisburg

von zwehni

Am 13. Dezember 2005 führte mich mein Weg nach Duisburg in den Innenhafen.

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Renovierte Speichergebäude und Neubauten werden als Büro-, Kontor- und Parkhäuser, von öffentlichen Einrichtungen sowie von Gastronomie- und Freizeitbetrieben genutzt.

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Im neu gestalteten Quartier des Innenhafens sind verschiedene Museen angesiedelt wie die von Herzog & de Meuron zum Kunstmuseum umgestaltete Küppersmühle.

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Außerdem findet sich noch die Werhahnmühle, die nach dem Auszug des Kindermuseums ATLANTIS durch ein „Legoland Discovery Center“ genutzt wird und das Kultur- und Stadthistorische Museum.

Dani Karavan legte den „Garten der Erinnerung“ an, in dem der Architekt Zvi Hecker das Gemeindezentrum und die Synagoge der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen aufbaute.

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Vom Garten führt die Buckelbrücke (Fußgängerbrücke) hinüber zur Marina (Yachthafen) und den Bürokomplexen Five Boats und Hitachi Power Office.

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Dieses Foto machte ich in einer offenen Betonruine direkt am Garten der Erinnerung:

Hier noch einige weitere, nicht näher benannte Gebäude, die ich während meines Spaziergangs durch den Innenhafen sowohl mit meiner digitalen, als auch mit meiner analogen Kamera gemacht habe:

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Die faszinierendsten Bilder – wie ich finde – entstanden, als ich mein Stativ auf einer Brücke aufbaute und im Langzeitbelichtungsmodus in den Innenhafen hineinfotografierte. Die Spiegelungen auf dem ruhigen Gewässer lassen die Gebäude doppelt imposant aussehen.

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Am 3. Dezember 2006 war ich noch einmal dort. Angesichts eines wolkenbruchartigen Regenschauers machte ich nur einige Fotos, um im Dauerlauf dann mein Auto zu erreichen. Obwohl es in der Nähe abgestellt war, musste ich mich bis auf die Haut durchnässt hinters Lenkrad setzen.

Hier die magere Fotoausbeute:

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Hier sei noch kurz ein historischer Abriss erlaubt, damit man begreifen kann, welch erstaunlicher Wandel sich hier vollzogen hat.

Der Innenhafen in Duisburg, der eine Größe von 89 ha vorweist, war während der Hochzeit der industriellen Revolution über ein Jahrhundert lang der zentrale Hafen- und Handelsplatz der Ruhrgebietsstadt. Seit Mitte der 1960er Jahre verlor der Hafen an Bedeutung und lag für 20 Jahre brach, ehe am Innenhafen ein Strukturwandel einsetzte. Das zur Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA), die 1989 bis 99 stattfand, gehörende ehemalige Industriegebiet hat sich grundlegend gewandelt.

Die Basis für dieses Musterbeispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet lieferte 1994 der britische Architekt Lord Norman Foster. Mittlerweile hat sich der Innenhafen zu einem Ort entwickelt, der Arbeiten, Wohnen, Kultur und Freizeit am Wasser verbindet. Heute ist der Innenhafen ein Industriedenkmal und Ankerpunkt auf der Route der Industriekultur.

Nach dem Niedergang der Getreidemühlen in den 1960er Jahren hatte der Innenhafen seine wirtschaftliche Kraft eingebüßt und beherbergte weitgehend nur noch Lager- und Gewerbehallen. Trotzdem versperrte dieses Gebiet der Duisburger City den Zugang zum Wasser. Durch die Freilegung der Stadtmauer und den Bau eines neuen Wohnviertels am Corputiusplatz wurden Ende der achtziger Jahre erste Schritte unternommen, dem Innenhafen ein neues Gesicht zu geben.

Im Rahmen der IBA Emscher Park, die die Industrieflächen des Ruhrgebiets beispielhaft erneuert hat, wurde eine Umnutzung des gesamten Innenhafens in Angriff genommen. Das Wasser sollte in die Stadt zurückgeholt werden, sollte erlebbar gemacht werden und für mehr Lebensqualität sorgen – und Investoren anlocken. Es wurde Raum für Arbeit – insbesondere im Dienstleistungsbereich –, für Wohnen, Kultur und Freizeit geschaffen. Dabei wurden die industriellen und historischen „Wahrzeichen“ des Hafens ganz bewusst erhalten.

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