Boulevard Wandelbar in Herne 2003

von zwehni

Mit dem Wortspiel „Boulevard wandelbar“ hatte sich Herne für 2003 bereits zum vierten Mal für die City-Offensive „Ab in die Mitte“ beworben. Am 4. Dezember fiel die Entscheidung, dass Herne nach drei erfolgreichen Bewerbungen auch zum vierten Mal mit einem hohen Fördermittelanteil rechnen konnte. Eine unabhängige Jury entschied über die Kommunen, die eine „Ab in die Mitte!“ Förderung für das nächste Jahr erhalten. 60 Prozent der Kosten übernehmen dabei die landesweiten Träger der Initiative. 40 Prozent wird von den Städten zusammen mit ihren lokalen Sponsoren eingebracht.

Zum Wettbewerb in NRW aufgerufen hatten das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport NRW, die Karstadt Warenhaus AG, die Kaufhof Warenhaus AG, die Bild-Zeitung, der Städtetag NRW sowie die Handelsverbände BAG und LAG und EHV.

Und so verzauberte der Herner "Boulevard Wandelbar" die zahlreichen Besucher vom 28. August bis zum 6. September 2003 mit Musik und nächtlichem Picknick.

Zehn Tage Open-Air-Festivitäten in der Herner City – das ist der "Boulevard Wandelbar", der zehn Tage lang das Freizeitgeschehen bestimmte.

Das absolute Highlight war auch in diesem Jahr die mit 900 Metern nach Auskunft der Veranstalter längste Tafel Deutschlands.

Familien, Freunde oder Zufallsgruppen trafen sich am 29. August in der Fußgängerzone und genossen selbst gemachte oder schnell gekaufte Leckereien beim gemeinsamen "Nightlight-Dinner".

Der "Boulevard Wandelbar" schloss an die Innenstadtoffensive "Ab in die Mitte" mit Lichtgestalten und Boulevard Elementar an. Zu den weiteren Programm-Höhepunkten gehörten die erste lange Museumsnacht im Westfälischen Museum für Archäologie am 5. September und dreimal Open-Air-Kino unter Sternen. Zum Abschluss gab es am 6. September ein Höhenfeuerwerk. Live-Musik der verschiedensten Stilrichtungen war an allen Tagen zu hören.

Ich war am 30. August 2003 auf dem Rathausplatz und schaute mir eine Künstlergruppe an, die auf Trapezen balancierend in luftiger Höhe akrobatische Kunststücke darboten. Leider fällt mir nach knapp sechs Jahren, die nun vergangen sind, der Name der Gruppe nicht mehr ein. Eine Recherche im Internet hat leider auch zu keinem Ergebnis geführt. Es handelte sich dabei um die französische Gruppe Compagnie Transe Express, die inspiriert durch Calders Mobiles von Gilles Rhode 1990 gegründet wurde. Ihre Spezialität sind gigantisch große menschliche Mobiles zu unterschiedlichen Themen.

„Transe express“ – Mobile Homme – Das hochkarätige Straßentheater aus Frankreich nutzte mit einem menschlichen Mobile den Grenzbereich zwischen Himmel und Erde für eine Verbindung aus Live-Musik und Performance.

Das menschliche Mobile, wurde mit großem Erfolg in allen großen Straßentheaterfestivals und zahlreichen Großveranstaltungen gezeigt: zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Albertville / F, Einweihung des Eurotunnels, 1000 Jahrfeier der Stadt Danzig / PL, Eröffnung der Kulturstadt Stockholm / S, Edinburgh / GB, Barcelona / E, Nimes / F, Stockton / GB, Paris / F….

Durch ihre großangelegten Bilder können die Produktionen von großen Zuschauermengen gesehen werden und sind daher für Großereignisse als originelle Alternative zu einem klassischen Feuerwerk besonders geeignet.

Die damalige Digitalkameratechnik steckte noch in den Kinderschuhen. Ich hatte selber noch keine und fotografierte mit einer geliehenen Kamera. Die Bildqualität -das gebe ich gerne zu – ist, um es gelinde auszudrücken, suboptimal.

100_0181 (2) 100_0184 (2)
100_0185 (2) 100_0186
100_0187 100_0188
100_0194 Mobile

100_0182 (2)

Drei Jahre später besuchte ich das Boulevardfest 2006 und berichtete darüber in diesem Blogartikel: https://zwehnsworld.wordpress.com/2009/01/20/boulevardfest-herne-2006/