Kulturhauptstadt Europa 2010: Herne – Voll dabei!

von zwehni

2006 war der Jubel groß, als Essen den Zuschlag stellvertretend für 53 Städte in der Region für die Kulturhauptstadt 2010 erhielt. Ein riesiger Erfolg, der nur möglich wurde, weil die in diese Städte aufgegliederte Region sich heute als kulturelle und touristische Einheit präsentiert: als eine „Metropole im Werden“.

Seit 1985 verleiht die Europäische Union einer Stadt für die Dauer eines Jahres den Ehrentitel „Kulturhauptstadt Europas“. Mittlerweile ist die EU gewachsen und so gibt es von 2009 bis 2019 jeweils zwei Kulturhauptstädte – aus einem alten und aus einem neuen EU-Mitgliedsland. 2010 sind das neben dem Ruhrgebiet in Deutschland die Stadt Pécs in Ungarn sowie Istanbul als Kulturhauptstadt Europas außerhalb der EU. Durch die Nominierung erntete das Ruhrgebiet höchstes Lob für seine kulturellen Leistungen und wurde gleichzeitig aufgefordert, seine Potenziale zu entfalten und seine europäischen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Die Ernennung zur Kulturhauptstadt bedeutet in diesem Sinne ebenso Auszeichnung wie Herausforderung. Die Region verspricht sich durch den Titel internationale Aufmerksamkeit und einen Besucherzuwachs für das Ruhrgebiet. Ebenso erhält sie die Chance, ihr Image zu verbessern und viele Herausforderungen zu meistern, die nicht nur an die Politik gestellt sind, sondern für die sie auch die Menschen in der Region aktivieren will.

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Herne als eine der 53 Städte hat sich dabei besonders ins Zeug gelegt und präsentiert unter dem Motto „Herne mittendrin“ ein kreatives und spannendes Programm.

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Die Kulturlandschaft Hernes soll durch viele Einzelprojekte, städteübergreifenden Zusammenschlüssen und der Initiative zum Verbundprojekt „KulturKanal“ nachhaltig belebt werden.

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Überhaupt bildet das Thema „Wasser“ den Schwerpunkt. Das nasse Element steht mit zahlreichen Aktionen im Mittelpunkt. Aber auch die Teilnahme an Großprojekten der RUHR.2010 wie LOCAL HEROES, TWINS2010 und die Straßenkultur junger Menschen beim PottPorus-Festival (Realisiation genre- und systemübergreifender Kunstprojekte).

Die Projekte

TWINS2010

Unter TWINS2010 wird ein Projekt zur kulturellen Kooperation und zur Bildung eines bürgerschaftlichen Netzwerks mit NGOs aus ganz Europa zu den Themen „Urbanität“, „Identität“ und „Integration“ definiert.

Dabei bilden die Verbindungen zu über 150 europäischen Partnerstädten des Ruhrgebiets die Ausgangsbasis.

LOCAL HEROES

Vom 8. bis 14. August 2010 ist Herne als eine von 53 Städten Gastgeberin der Ruhr.2010. Innerhalb dieser Woche hat die Stadt Zeit, ihre kulturelle Brillanz zu zeigen. Kulturaushängeschilder wie die Cranger Kirmes, die Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 und viele andere werden dazu beitragen, Herne von ihrer interessantesten Seite zu präsentieren.

Die Cranger Kirmes wird im Kulturhauptstadtjahr im Rahmen der Local Heroes-Woche als Aushängeschild für Herne einige besondere Highlights präsentieren. Dabei wird sie unter Beweis stellen, dass Kirmes und Kultur nicht weit voneinander entfernt sind.

KulturKanal.2010

Erstmalig haben sich alle Anrainerstädte mit Herne als Initiator und Projektträgerstadt für die Kulturhauptstadt RUHR.2010 zusammengeschlossen, um entlang des Rhein-Herne-Kanals ein nachhaltiges Netzwerk aus Kunst und Kultur zu knüpfen.

Diese einzigartige Wasserstraße gewinnt dadurch besondere Bedeutung. Eigens für das Projektjahr wurden neue Fahrgastschiffanleger gebaut. Die Personenschiffahrt soll hiermit nachhaltig intensiviert werden. 70 Kilometer Strecke, die zum vielfältigen Erlebnis werden, blickt man auf das prall gefüllte kulturelle Programm des „KulturKanals“, das am 20. März 2010 mit einer spektakulären Wasserinszenierung am neu gestalteten Stadthafen Recklinghausen offiziell startet.

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U. a. werden die damit verbundenen Unterprojekte vorgestellt. Als Quelle diente die eigens für das Kulturhauptstadtjahr erstellte Homepage der Stadt Herne, http://www.herne2010.de

Eingebettete Projekte

(Quelle: http://www.herne2010.de/rm/kulturkanal2010)

KanalGlühen: Non Stop City

verspricht ab April spannende Lichterfahrten, die den Kanal, als Teil eines urbanen Lebensraumes, künstlerisch in Szene setzen. Durch Projektionen von Zeichnungen und Texten werden unsichtbare Informationen und Fiktionen über den Kanal sichtbar gemacht. Erik Göngrich und raumlabor berlin entwerfen mit der Arbeit NON STOP CITY ein zugleich hyperreales und utopisches Bild der Stadt.

KanalKunst

Ein künstlerisches Leitsystem entlang des Kanals von Duisburg bis Datteln dient ab Juni 2010 als durchgängiges, verbindendes und sinnfälliges Element mit Signalcharakter im Emscher Landschaftspark. In einer dauerhaften Freiluftausstellung werden auf bis zu 30 skulpturellen Tableaus an den Ufern des Rhein-Herne-Kanals Menschen, Landschaft und Architektur der Region dargestellt.

KanalFahrt

Bereits seit 2005 wird die Herner Fahrgastschifffahrt durch das Kulturschiff „Friedrich der Große“ belebt. Als Bo(o)tschafter in Diensten der Kulturhauptstadtbewegung und als Heimstatt der "RoomService"- Wasserausflüge darf es natürlich auch 2010 nicht fehlen. Kabarett, Comedy, Live-Musik, Literatur, Poesie, Schauspiel und ein Kapitän, der in bester Seebär-Manier die Stimmung mit launischen Kommentaren anhebt – mehr braucht eine Seefahrt nicht, um lustig zu sein.

ChorKanal

Wenn am 5. Juni 2010 die Metropole singt, werden auch die Schallwellen am KulturKanal hochschlagen. Flankiert von Sportbooten und musizierenden Kanuten setzen sich drei Schiffkonvois mit singender Besatzung in Bewegung, um gemeinsam mit den Chören in zehn Chororten am Ufer einen „ChorKanal“ erklingen zu lassen. Mitsingen erlaubt! Der Herner Chorort ist das Areal der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3, aber auch das Kulturschiff „Friedrich der Große“ wird mit von der Partie sein. Das Finale steigt in der Gelsenkirchener VELTINS Arena.

SCHWINGungen/ KanalKlang

Am 1.10.2010 verwandelt der Herner Klangkünstler Christof Schläger mit seinem Projekt SCHWINGungen auf dem Betriebsgelände des STEAG-Kraftwerks ursprünglich technische Signalgeber von Schiffen in futuristische Klangobjekte und eint sie zu einem einzigartigen Orchester.

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Die enorme Lautstärke der Hörner erlaubt ein musikalisches Spiel mit der jeweiligen Struktur des Landschaftsraumes. Begleitet werden die Klanghörner von einem nicht minder imposanten Ballett von Betonpumpen, die sich in einem choreographierten Bewegungsablauf befinden.

christof schläger rotation

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KanalKino

Im Sommer geht an besonderen Orten, direkt am Wasser und unter freiem Sternenhimmel für alle Filmliebhaber der Vorhang auf und der Kanal verwandelt sich in ein Open-air Kino.

KanalRast

Die Herner Künstlerin Beate Matkey entwarf sechs künstlerisch gestaltete Picknickareale zum genussvollen Verweilen am KulturKanal. Erkennungsmerkmal: ein fest installierter Sonnenschirm und eine auf den jeweiligen Ort bezogene Picknickdeckengestaltung – in Herne die Cranger Kirmes. Die Picknickareale werden bis 2010 errichtet und dienen dann dauerhaft als Treffpunkte der Kulturen im Emschertal.

Extraschicht/ Nacht der Industriekultur

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Zur „Extraschicht“ setzt der KulturKanal nautische Akzente: Am 19. Juni verbinden Kulturschiffe die attraktiven Spielorte und die Wasserfläche selbst wird zur Bühne. In Herne wird das Areal rund um die Künstlerzeche Unser Fritz 2/3 zum kulturellen Wasserbahnhof.

Einen fulminanten Abschluss feiert der Kulturkanal am 26. September im Duisburger Innenhafen: mobile Konzerte mit den Duisburger Philharmonikern, begehbare Lichtarchitekturen vor der eindrucksvollen Uferpromenade des entstehenden Eurogates von Norman Foster und multimediale Performances versetzen Sie und das Areal am Wasser in ein neues Licht. Willkommen an Bord.

innenhafen duisburg

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Links Herne

 

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